20.06.2006

Heiraten in Köln

Vor einigen Tagen erhielt ich folgende Mail, die ich hiermit (anonymisiert) veröffentlichen darf. Eine, wie ich finde, sehr schöne bunte Hochzeit, jenseits aller „normalen“ Geschlechterverhältnissen und –rollen:

Michael Müller hat geheiratet. Ich war Trauzeuge. Viele von Euch wissen ja, dass Michael zu Andrea wurde. Es war sehr lustig auf dem Standesamt, und auch in der Kirche.Standesamt:Wir treffen uns im Trauzimmer, ca. 25 Leute sind dabei. Michaels Kinder, Freunde von Ute, seiner jetzigen Frau, ... Die meisten Anwesenden kennen Michael nur als Andrea, Ute Meyer als Ute und mich als Joe S.Zuerst fragt der Beamte, ob es Absicht ist, dass Michael Andrea auf der "falschen" Seite sitzt. ... Ja, das war Absicht!Nun liest der Standesbeamte die Namen der anwesenden Brautleute und der Trauzeugen.Sabine (Ute) M., die Braut (Bräutigam). Michael Müller (Andrea) der Bräutigam, (die Braut), Jürgen Sch. (Joe S.) , ein Trauzeuge. Die Anwesenden waren ziemlich erstaunt, einschließlich Ute, die meinen Geburtsnamen auch nicht kannte.Die beiden haben sich darauf geeinigt, den Namen Meyer zu tragen. Und sie sind sich auch einig, dass Andrea die Frau im Team ist.Als dann der Standesbeamte Andrea fragte, wie es ihr denn so ergeht, mit Herr Meyer angesprochen zu werden, zögerte sie dann doch ein Bisschen. Wollte jedoch keine weitere Erklärung zum Stand der Geschlechter in dieser Ehe abgeben.Kirche:Heute war Kirchliche Trauung in Köln. Wir waren in einer Gemeinde, welche Schwule, Lesben, Transgender und andere nicht auf den ersten Blick zu identifizierende Menschen herzlich willkommen heißt.So war dann auch in der Bekanntmachung der Hochzeit die Überschrift:Meine Verlobte ist Vater von 4 Kindern, ...Das war vielleicht eine bunte Gesellschaft.Utes Vater, über 70 Jahre alt und meines Erachtens sehr konservativ. Die vier Söhne von Michael. Eine ganze Menge lesbischer Frauen, die alle mal mit Ute zusammen waren, Frauen die als Mann daher kommen und jede Menge Männer, die eigentlich Frauen sind. Ein paar schwule Pärchen. Zwei Familien mit Kindern, und Joe.Der Gottesdienst wurde von drei Pastoren abgehalten. der erste war ein stattlich großer Mann, zum Zeichen seiner Homosexualität mit einer Regenbogen-Stola geschmückt. Es war seine erste Messe und am Anfang begann er so dermaßen mit den Knien und Händen zu zittern, dass ich dachte, gleich haut’s ihn um. Er hat sich aber dann gefangen und später erzählt, dass er in Unterzucker kam und sich mit Traubenzucker gefangen hat.Der zweite Pastor nennt sich Ines Paul. Nicht ohne Grund, denn er war mal eine Frau, wovon absolut nichts mehr zu erkennen ist. Glatze, Bart, tiefe Stimme. Er trug einen schönen Anzug und dazu ... Springerstiefel. Sehr geil!Der dritte Pastor ist der Vorsitzende dieser Kirche, ein Mittvierziger, Bierbauch, Vollbart, an jedem Finger fette Silberringe, desgleichen an jedem Ohr mehrere fette Ringe. Auch er trug einen feinen Anzug, unter den Ärmeln schauten auf beiden Seiten beachtliche Nietenarmbänder hervor. Sah auch klasse aus.Die Pastoren fanden wirklich passende und berührende Worte.Insgesamt war es eine wunderschöne Hochzeit, sehr ehrlich, berührend und trotz der sehr interessanten Geschlechtervertauschungen richtig echt.Respekt vor Andrea und Ute, vor Utes Vater, den Kindern von Michael und allen Anwesenden.

Joe S.

09.06.2006

Die Erotikbranche Part III

Die Geschäftsleute

Diese Menschen findet man eher bei großen Unternehmen wie Beate Uhse, oder in der Pornobranche oder auch im Online-Bereich. Eigentlich könnten sie ihr Geld auch mit Gemüse oder Autos verdienen, das Produkt ist ihnen mehr oder weniger egal. Manchmal sind es auch Leute, die ursprünglich mal Visionäre waren, ihre Ideen und Ziele umgesetzt haben und dann nach einiger Zeit feststellen mussten, dass ihnen das, was früher ihr Herzblut war, nun doch nur noch schnödes Arbeiten geworden ist. Von der sie sich gerne lösen würden, aber vermeintlich nicht mehr können, weil ihr Business auch ihr Broterwerb darstellt. Oder es sind Menschen, die dort gelandet sind und nicht genau wissen, ob ihr Interesse an dieser Branche ein eher privates ist.
Hier liegt der Fokus auf dem Umsatz; bei den Selbständigen oder Unternehmern geht es dann darum, in dieser Branche möglichst viel zu verdienen. Die Angestellten machen dort ihren Job wie sie ihn auch woanders machen würden.
Das eigene Gehalt wird zwar mit dem Geschäft mit der Erotik erworden, aber eigentlich könnten die Angestellten dort auch in ganz anderen Bereichen der Wirtschaft arbeiten gehen, weil sie über eine grundlegende berufliche Qualifikation verfügen. Hier sind meiner Einschätzung nach eher Männer zu finden. Wenn z.B. eine Frau ein Webportal für Sexbilder eröffnet ist dies schon ein Artikel in einer Web-Branchenzeitschrift wert.
Menschen werden dort eher als Kunden wahrgenommen und nicht so sehr als individuelle Persönlichkeiten mit Wünschen und Sehnsüchten.